Gemeinsam mit Lufthansa Technik durchgestartet

Vor einem halben Jahr haben die Lufthansa Technik AG und Pepperl+Fuchs ein gemeinsames Startup gegründet: die 3D.aero GmbH. Ich habe mit Geschäftsführer Tomas (1. v.l.) über die ersten Projekte und Zukunftsvisionen gesprochen…

Hallo Tomas, Pepperl+Fuchs hat sich mit Lufthansa Technik zusammengeschlossen, um die Luftfahrtindustrie zu revolutionieren?!
Tomas: Ja, genau! Im Dezember 2017 haben die beiden Global Player das Joint Venture gegründet. Gemeinsam wollen wir für die Flugzeugindustrie innovative Automatisierungslösungen im Bereich Fertigung und Instandhaltung entwickeln.

2011 ERSTE ZUSAMMENARBEIT VON PEPPERL+FUCHS UND LUFTHANSA TECHNIK

Wie kam es zu dem Zusammenschluss?
Tomas: Der Grundstein wurde schon 2011 gelegt. Damals hat die Pepperl+Fuchs Tochtergesellschaft VMT im Rahmen des Forschungsprojektes „AutoInspect“ mit dem Institut für Flugzeug-Produktionstechnik der TU Hamburg und Lufthansa Technik zusammengearbeitet. Es wurde ein automatisches Rissverfahren für Triebwerksbauteile entwickelt. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass man beschloss, ein Unternehmen zu gründen, um die Systeme zu industrialisieren, produktiv in den Werkstätten einzusetzen und vor allem in neue Anwendungsbereiche zu skalieren.

CFM56 Outer Liner in der Autoinspect-Anlage der Lufthansa Technik, Messwerkzeug am Bauteil, WLI (Weißlichtinterferometer)

Welcher Herausforderung müsst ihr euch stellen?
Tomas: In dieser Branche sind die Prozesse so komplex und die Anforderungen so speziell, dass es völlig neuartiger Ansätze bedarf, um eine Automatisierung zu ermöglichen. Die Systeme und Anlagen, die wir dafür entwickeln, müssen höchste Flexibilität aufweisen, um die speziellen Prozesse abzubilden. Dies wird durch einen hohen Grad an systemischer Intelligenz erreicht, was konkret bedeutet, dass die Systeme zum einen über Sensorik ihre Umwelt wahrnehmen können müssen, um autonom ihre Prozesse anpassen zu können und zum anderen mit einer entsprechend hohen Menge an Datenverarbeitung ausgestattet sind.

TOLLER SUPPORT

Das ist eine wirklich spannende aber auch herausfordernde Aufgabe. Wie groß ist euer Team?
Tomas: Wir sind mittlerweile 13 MitarbeiterInnen und werden von sechs Studierenden unterstützt. Außerdem können wir auf eine Vielzahl an Spezialisten in der Administration der LHT und auf ein großes Netz von Partnerunternehmen zugreifen. Und unser Firmensitz ist im ZAL TechCenter in Hamburg, einem der größten und modernsten Luftfahrtforschungszentren der Welt. Wir sitzen also inmitten der großen Unternehmen der Branche.

Wie haben die letzten Monate ausgesehen? Konntet ihr schon erste Projekte anstoßen?
Tomas: Ja, wir arbeiten bereits an ersten unternehmensübergreifenden Projekten und mehreren Forschungsvorhaben. Ich bin gespannt, wohin die Reise in den nächsten Monaten und Jahren geht und werde gern davon berichten.


DR. TOMAS DOMASCHKE

Geschäftsführer und Mitbegründer der 3D.aero GmbH
33 Jahre alt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.