Rezept einer Konstrukteurin: Entspannen nach der Arbeit

Petra betreut als Konstrukteurin am Pepperl+Fuchs Standort Berlin viele Projekte parallel. Um den Überblick zu behalten, lautet ihr Motto: Schauen, prüfen und dann einen Schritt nach dem anderen. Wie bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Bouldern. Denn dabei kann sie nach der Arbeit so richtig abschalten. Im Karriere-Blog erzählt sie über ihre Aufgaben bei Pepperl+Fuchs und was ihr an ihrem Hobby besonders gut gefällt.

Hallo Petra. Bist du multitaskingfähig?
Petra (lacht): Nicht wirklich. Aber ich habe in all den Jahren gelernt, Dinge zu priorisieren. Das ist nicht immer einfach, weil natürlich hinter jeder Sache ein Termin steht.

Was genau machst du bei Pepperl+Fuchs?
Petra: Unter anderem konstruiere ich Gerätevarianten nach Kundenwunsch. Ich betreue aber auch laufende Produkte und deren Einzelkomponenten, zum Beispiel wenn der Zulieferer wechselt und deswegen die Produktion umgestellt werden muss. Die Muster landen dann zum Prüfen bei mir auf dem Tisch.

Und außerdem?
Petra: Wenn ein Kunde ein Gerät nach seinen Bedürfnissen modifizieren möchte, konstruiere ich die gewünschte Variante. Die Kunst besteht dann darin, sich in dieses Produkt hineinzudenken, ohne es selbst konstruiert zu haben. Da sehr viele unterschiedliche Anfragen und Betreuungsaufgaben zu bearbeiten sind, habe ich mit zahlreichen Standorten und Abteilungen zu tun, beispielsweise dem Produktmanagement, dem Einkauf und der Qualitätssicherung, aber auch mit der Fertigung in Singapur oder derzeit in Ungarn. Das ist spannend, hat allerdings auch seine Tücken.

Petra im Büro: Bei ihrer Arbeit ist höchste Konzentration gefragt.

Inwiefern?
Petra: Bei der Fülle an Anfragen und Produktbetreuungsaufgaben muss ich immer abwägen und Prioritäten setzen – und wenn nötig, auch mal schnell von einem Projekt zum anderen wechseln; das erfordert höchste Konzentration. Anfangs ist es mir deshalb schwergefallen, abends abzuschalten. Mittlerweile bin ich aber tiefenentspannt.

Hast du ein Rezept dafür?
Petra: Ende 2014 habe ich das Bouldern für mich entdeckt – also Klettern ohne Seil und Sicherungshaken. Wenn ich die Wand hochklettere, muss ich zu 100 Prozent bei mir und im Hier und Jetzt sein, sprich alle anderen Gedanken ausblenden. Gefragt sind vor allem Balance, Ruhe und Kraft. Deshalb mache ich begleitend dazu schon seit einiger Zeit regelmäßig Yoga. Das bringt mir die nötige Ruhe und Beweglichkeit beim Bouldern. Das Schöne daran ist: Du brauchst außer speziellen Schuhen kein besonderes Equipment.

Ganz ohne Seil und Sicherung in der Wand?
Petra: Es geht ja nicht um Höhe und Leistung. Beim Bouldern bewegst du dich maximal fünf Meter über dem Boden, und unten liegen dicke Matten. Ich selbst bin keine Supersportlerin, und ich behaupte: Jeder kann das. Ich bin schließlich auch nicht mehr die Jüngste und der beste Beweis, dass es funktioniert (lacht).

 

PETRA
Konstrukteurin
bei Pepperl+Fuchs seit 2003
53 Jahre alt