Von der Mikrobiologie über den Einkauf bis zum IT-Projektmanagement: Dirk, Project-Lifecycle-Management-Architekt und Admin bei Pepperl+Fuchs in Mannheim, verbindet Naturwissenschaft, Technik und IT auf ganz eigene Weise. Sein Karriereweg zeigt, wie Neugier und Mut zu Veränderungen Türen öffnen – und wie dadurch eine spannende berufliche Entwicklung mit vielseitigen Perspektiven entstehen kann.
Dirks Karriere beginnt unkonventionell: Nach einem Studium der Biologie und Mikrobiologie folgt 2003 ein Studium der Weinbau- und Getränketechnologie. Die Verbindung von Naturwissenschaft und Technik begeistert ihn. „Dieser naturwissenschaftlich-technische Hintergrund prägt meine Arbeitsweise bis heute: analytisch, experimentierfreudig und mit hoher Technikaffinität“, erzählt er rückblickend. Für seine Diplomarbeit zieht es Dirk dann zunächst nach Australien – ein Jahr, das nicht nur wissenschaftlich, sondern auch beruflich prägend ist. Dort sammelt er auch seine ersten praktischen Erfahrungen in der Weinbranche.
Zurück in Deutschland arbeitet Dirk in den folgenden Jahren auf verschiedenen Weingütern, meist als technischer Betriebsleiter. Die Arbeit zwischen Edelstahltanks und Eichenfässern fasziniert ihn, doch sein Weg führt weiter: Er wechselt in die önologische Beratung bei der Tochtergesellschaft eines großen, genossenschaftlich organisierten Landwirtschaftskonzerns. Dort baut er nicht nur die Einkaufsorganisation eigenständig auf, sondern treibt auch den Vertrieb im Bereich Kellerei- und Getränketechnik voran. „Auf der Einkaufsseite fehlte eine klare und belastbare Struktur, also habe ich eine eigenständige, schlanke Einkaufsorganisation aufgebaut“, erinnert er sich. Parallel begleitet Dirk zudem das SAP-Rollout beim damaligen Arbeitgeber. IT-nahe Themen landen fortan immer wieder bei ihm – aus Eigeninteresse und auch, weil er sich schnell in komplexe Systeme einarbeitet. Privat bleibt er dem Wein treu: Auf gepachteten Flächen baut er Trauben an, produziert und vermarktet seinen eigenen Wein. „Nach und nach bemerkte ich, dass mir der Einkauf deutlich mehr Spaß machte als der Vertrieb, und ich beschloss, mich in diesem Bereich weiterzuentwickeln“, erzählt Dirk.
Quereinsteiger: Auf zu neuen Ufern
Umstrukturierungen im bisherigen Unternehmen erfordern von ihm allerdings zunächst einen Neustart. Gezielt sucht Dirk nach einer Position im Einkauf eines technologiegetriebenen Unternehmens. In seinem Freundeskreis hört er viel Gutes über Pepperl+Fuchs, und als dort eine befristete Stelle im Einkauf ausgeschrieben wird, zögert Dirk nicht lange. Er bewirbt sich und bekommt den Job. „Die Befristung bot mir als Quereinsteiger die Möglichkeit, zunächst in die komplett neue Aufgabe und Branche reinzuschnuppern“, sagt er und ergänzt: „Mir war allerdings schnell klar, dass ich hier meine berufliche Zukunft sehe.“ Aus der befristeten Stelle wurde schließlich eine Festanstellung.
Knapp neun Jahre ist Dirk anschließend im indirekten Einkauf mit Schwerpunkt auf Investitionsgüter, IT-Infrastruktur und Software tätig. Dabei begleitet er u. a. große Digitalisierungsprojekte kaufmännisch – und bringt sich, wann immer möglich, zunehmend auch fachlich ein.
Vor zwei Jahren folgt dann der nächste Schritt: Dirk wechselt zu einem unserer größten Transformationsprojekte – dem Product-Lifecycle-Management(PLM)-Projekt –, das er bereits zuvor in seiner Rolle als Einkäufer intensiv betreut hat. Als PLM-Architekt und Admin arbeitet er an der Schnittstelle zwischen Technologie, Prozessen und Menschen. Er verantwortet die Administration der PLM-Plattform und deren Integration in unsere bestehende Systemlandschaft. Gemeinsam mit einem Entwicklungsteam unseres Tochterunternehmens Neoception steuert der PLM-Architekt und Admin die technische Umsetzung. „Es gibt wenig Routine und viel grünes Feld. Ich bin nah an Technologie und Produktentstehung und kann die Integrationsarchitektur sichtbar voranbringen“, beschreibt Dirk seine Rolle. „Genau diese Gestaltungsfreiheit ist es, was mir bei meiner Arbeit besonders gefällt und mich antreibt.“
Et kütt, wie et kütt
Was bleibt von so einem vielfältigen Weg? „Ein hohes Maß an Flexibilität und Resilienz sowie analytische Problemlösungsfähigkeit“, erläutert Dirk. Er hat gelernt, in wechselnden Umfeldern pragmatische Lösungen zu finden und sich immer wieder neu zu erfinden. Sein persönliches Motto klingt dabei entspannt: „Rolling with the punches – oder wie die Rheinländer sagen: Et kütt, wie et kütt.“ Gelassen bleiben, Rückschläge wegstecken, sich anpassen – so beschreibt Luzinski seine Haltung. Dabei sieht er sich als Generalist mit breitem Lösungsspektrum. „In all dieser Zeit ist mir mein kaufmännischer Blick erhalten geblieben. Gleichzeitig ist meine Begeisterung für Technik zunehmend gewachsen“, berichtet Dirk erfreut.
Nach Feierabend findet Dirk seinen Ausgleich beim Kochen. „Für mich ist das der strukturierte Gegenpol zum schnellen Projektalltag“, berichtet er. Dazu kommen Bücher, Kino, Serien und Videospiele. „Ich bin mit Computern aufgewachsen, das begleitet mich bis heute beruflich wie privat durch alle Lebensabschnitte“, sagt er mit einem Schmunzeln.
Ein ungewöhnlicher Karriereweg. Doch genau diese Vielfalt macht aus einem Quereinsteiger jemanden, der Brücken baut – zwischen Welten, zwischen Menschen, zwischen Ideen.
